75 Jahre TC Grün-Rot im Turnerbund Weiden
- eine kleine Historie seit 1929

Im Juli 1928 wurde aus dem Kreis der Mitglieder des Turnerbundes angeregt, auf unserer ideal gelegenen Sportanlage am Hammerweg auch noch Tennisplätze zu errichten und zu den bereits bestehenden Abteilungen im Turnerbund zusätzlich noch eine Tennisabteilung zu gründen. Bereits am 17. April 1929 fand dann die offizielle Gründungsversammlung statt. Erster Vorstand war Bauoberamtmann Popp. Als Name wurde "TC Grün-Rot im Turnerbund" gewählt. Auf Grund des stattlichen Mitgliederzuwachses baute man in den folgenden Jahren noch einen zweiten und dritten Platz hinzu. Bereits 1931 fand die erste Vereins- und zugleich Stadtmeisterschaft statt. Im Rahmen der ein Jahr später in Weiden angesetzten Verbandsspiele war der Spielleiter von der Anlage offensichtlich begeistert: "In landschaftlich reizvoller Stelle gelegen, ist dies eine Tennisanlage, um die Weiden von vielen größeren Städten zu beneiden ist."
Kurz vor Kriegsbeginn wurde dann die Anlage auf Grund der ständig steigenden Mitgliederzahl um einen weiteren, den heutigen Platz 4 erweitert. Die weltpolitischen Ereignisse der Jahre 1939 bis 1945 schlugen auch in das Vereinsleben des TC Grün-Rot eine tiefe Kerbe. Viele aktive Spieler wurden zum Wehrdienst eingezogen und mancher kehrte nicht mehr auf "seinen Tennisplatz" zurück. Nach Kriegsende - im Sommer 1945 - war die Tennisanlage in einem katastrophalen Zustand und als solche fast nicht mehr anzusprechen. Wiederum legten die Pioniere Franz Stegmayr, Willy Weigert, Dr. Rudolf Glötzner und Willy Forster, tatkräftig Hand an und machten die Plätze in kürzester Zeit wieder bespielbar. Zu diesem Quartet gesellten sich bald Dr. Hans Aigster, Max Reiter und viele andere, so dass bereits in der Saison 1946 der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden konnte.
Schon 1947 fanden - nach dem 2. Weltkrieg - die ersten Vereins- und zugleich Stadtmeisterschaften statt. Zu diesem Zeitpunkt war der TC Grün-Rot noch der einzige Tennisclub in unserer Stadt. In den Jahren 1949 und 1951 konnten dann zwei weitere Plätze, die heutigen Nummern 5 und 6, hinzu gebaut werden. Ende der vierziger, Anfang der fünfziger Jahre hatte sich die Tennisabteilung in jeder Hinsicht von den Wunden des Krieges erholt und präsentierte sich als Aushängeschild des Turnerbundes weit über die Grenzen unserer Stadt und auch der Region hinaus. Schon 1951 führte der TC Grün-Rot sein erstes Pfingstturnier durch, das letztlich bis 1992 das jährliche Tennis-Highlight in der Oberpfalz darstellte, und sich dann im Jahre 1993 auf internationaler Ebene zu einem Satellite-Turnier und letztlich im nächsten Jahr zum Challenger-Tunier entwickelte.
  

  
Ein drastischer Einschnitt in die gesamte Konstellation der Abteilung, die Mitgliederzahl und zwangsläufig auch sportliche Kontinuität kam im November 1968, als ein Teil der "Grün-Roten" sich dem neugegründeten TC am Postkeller Weiden anschloss. Rückwirkend subjektiv betrachtet war dieser Schnitt zunächst zwar schmerzlich, doch objektiv für den Tennissport in Weiden allgemein sicherlich befruchtend. Grün-Rot musste sich unter dem damaligen Vorstand Kurt Wieser neu formieren. Und die Abteilung schaffte dies unter seiner leidenschaftlichen Regie mit Bravour. Ab der Saison 1971 konnten die Cracks in einer Traglufthalle über dem Frei-Court Nummer 1 auch im Winter ihren "Weißen Sport" ausüben.
1979 feierte die Tennisabteilung dann ihr 50-jähriges Jubiläum. Zu den Höhepunkten des viertägigen Festprogramms zählten zweifelsohne der "Oberpfälzer Abend" im Glötznerstüberl sowie eine Feierstunde im Kulturzentrum "Hans Bauer", an der auch Oberbürgermeister Hans Schröpf teilnahm. In diesem Rahmen wurden die verdienten Mitglieder Franz Stegmayr, Willy Weigert, Dr. Rudolf Glötzner und Dr. Richard Hegerl mit einem Abguss des ältesten Weidener Stadtsiegels ausgezeichnet. Zwei Jahre später zwangen die enormen Energiekosten der Traglufthalle die Verantwortlichen sich Gedanken über eine kostengünstigere Lösung zu machen. Es wurde für 120 000 Mark eine Fertighalle erworben und mit unbürokratischer Unterstützung seitens des Hauptvereins, des Stadtbauamtes sowie des Oberbürgermeisters über dem jetztigen Center Court aufgestellt. Im Sommer 1985 hatte schließlich das schon marode gewordene Clubheim ausgedient und es wurde durch ein schickes Solarhaus ersetzt.
Im Herbst übernahm Harald Lohse die Führung des TC Grün-Rot. Seine erste Planung war die Erweiterung der Anlage um zwei weitere Courts. Zu Beginn des Jahres 1986 kam vorübergehend etwas Katerstimmung auf, denn das geplante Vorhaben scheiterte am "No" des Stadtrates. Doch dieses "No" sollte letztlich zum Glücksfall für die Abteilung und auch den Hauptverein werden. Das markanteste Jahr für die Vorstandschaft und die gesamte Abteilung dürfte dann wohl 1987 gewesen sein.
  

  
Nachdem im Vorjahr die vorgesehene Platzerweiterung nicht realisiert werden konnte, galt nunmehr das Hauptaugenmerk dem Bau einer neuen Tennishalle und drei zusätzlicher Freiplätze. In Verbindung mit dem Hauptverein sollte die Hälfte der 63 000 qm großen Sportanlage am Hammerweg modernisiert und neu gestaltet werden. Initiator und Motor der gesamten Planung und Durchführung war Harald Lohse. Es stand ein dornenreicher Weg im Verbund mit dem TB-Vorsitzenden Alfons Kraus und dem Architekt Rudolf Rindler bevor. Das komplette Vorhaben wurde mit rund 2,1 Mio. veranschlagt. Mit einstimmigem Beschluss des Turnrates und tatkräftiger Unterstützung der Stadt, des Landes und des Bundes konnte letztlich der Um- und Neubau in Angriff genommen werden.

Bis zum "Großen Tag" stand dann aber noch eine harte Arbeit bevor. Doch ungeachtet dessen konnte bereits am 24 Juli desselben Jahres der Grundstein für die Zweifeldhalle im Beisein des Oberbürgermeisters Hans Schröpf, der Landtagsabgeordneten Dr. Max Kunz und Willibald Moser sowie einer stattlichen Anzahl von Prominenz aus der Politik, Wirtschaft und des Sports gelegt werden. Das Projekt wurde so rasant vorangetrieben worden, dass - man höre und staune - schon am nächsten Tag der Richtbaum gesetzt wurde. "Diese Mischung zwischen Grundsteinlegung und Richtfest zeigt den Elan des TBW  und des TC Grün-Rot", stellte der Oberbürgermeister hierzu fest. Stolz feierte man natürlich schon am 27. November den Tag der Einweihung. Es herrschte verständlicherweise eitle Freude. Mit einem großartigen Festabend, und 400 Gäste boten dabei einen würdevollen Rahmen, wurde die Zweifeldhalle seiner Bestimmung offiziell übergeben. "Das Werk lobt seinen Meister", mit diesen Worten dankte Harald Lohse dem Architekt Rudolf Rindler für seine exzellente Planung und Ausführung. Oberbürgermeister Hans Schröpf sprach dabei vom "Tennisparadies Weiden". Als Stargast des Abends fungierte der Fußball-Ex-Nationaltorwart Sepp Maier. Dank und Anerkennung erntete verständlicherweise rundum Harald Lohse. 
Krönender Abschluss des Jahres 1988 war zweifelsohne der 2. Oktober, die offizielle Einweihung der Gesamtanlage des "Sportparks 2000". Rund 1 000 Besucher wohnten bei wunderschönen herbstlichen Wetter der Zeremonie teil. Alfons Kraus sprach von einem Meilenstein in der 127-jährigen Geschichte des Turnerbundes und der 2. TB-Vorsitzende Kurt Heinold ehrte Harald Lohse, OB Hans Schröpf, Rudolf Rindler, Alfons Kraus und Maria Seltmann für ihre besonderen Verdienste um diese Baumaßnahme. "Der 2. Oktober 1988 stellt damit in der 127-jährigen Sportgeschichte des Turnerbundes und der 60-jährigen des TC Grün-Rot  einen Glanzpunkt des Weidener Sportgeschehens dar", so Heinold. Die örtliche Presse überbot sich dazu in Superlativen und OB Hans Schröpf sprach "von der schönsten Sportanlage der Region auf welche die Stadt stolz sein könne".

Doch dem nicht genug. Bereits drei Jahre später setzte die Abteilung das berühmte Tüpfelchen auf das "i". Nachdem auf Grund des enormen Mitgliederzuwachses auf über 600 die gegebene Zweifeld-Halle aus allen Nähten platzte, entschloss sich das Grün-Rot-Führungsteam diese in Form einer Zwillingshalle auf vier Courts zu erweitern. Gesagt, getan. Beim Richtfest stellte der Oberbürgermeister Hans Schröpf mit sichtlichem Stolz fest: "Ich darf sagen, dass mit diesem Bauwerk der 'Turnerbund  2000' geschaffen wurde" und TB-Vorsitzender Alfons Kraus strahlte: "Die Tennisabteilung ist mittlerweile zum Aushängeschild des Hauptvereins geworden." 
Am 2. Mai 1992 war das Werk dann endgültig  vollendet. Die Presse schrieb in großen Lettern: "Der TC Grün-Rot krönt den Sportpark am Hammerweg" und "Aus der 63 Jahre alten Anlage ist eines der modernsten Tennis-Center der Oberpfalz geworden", und berichtete in großer Aufmachung über die Einweihung des 1 000 Zuschauer fassenden Center-Courts sowie die Neugestaltung der Terrassenanlage mit den beiden Pergolas. Insgesamt sind damit 3,7 Mio Mark verbaut worden. In dankenswerter Anerkennung für die äußerst großzügige Unterstützung beim Bau des Center-Courts ernannte Harald Lohse den Dipl. Ing. Karl Würschinger zum ersten Ehrenmitglied des TC Grün-Rot.
"Der Aufschlag vor 70 Jahren war ein As" und  "Der TC Grün-Rot Weiden ist ein Aushängeschild der Sportstadt Weiden", das waren einiger der markanten Aussagen prominenter Gäste aus der Politik, Wirtschaft und des Sports bei der Jubiläumsfeier zum 70. Geburtstag im Sommers 1999. Harald Lohse skizzierte im Rückblick noch einmal die sportliche, bauliche und gesellschaftliche Entwicklung sowie die Highlights der Tennis-Abteilung. In diesem Rahmen zeichnete er auch acht verdiente Mitglieder, darunter Oberbürgermeister Hans Schröpf,  mit der Ehrenmitgliedschaft aus. 

Auf die unzähligen großartigen Erfolge der einzelnen Spieler und Mannschaften in den abgelaufenen 75 Jahren individuell einzugehen ist bei zum Teil über 600 Mitgliedern und 23 Turnierteams  nicht möglich. Es würde den gegebenen Rahmen ins Unermessliche sprengen. Eines muss jedoch zwangsläufig noch aufgezeigt werden: Das internationale Challenger-Turnier um den A.T.U-Cup. Es entwickelte sich aus dem schon traditionell gewordenen Pfingstturnier (1951 bis 1992), über das Satellite-Turnier (1993) ab dem Jahre 1994 zu einem Treffen der Weltelite und ist derzeit mit 50 000 US-Dollar Preisgeld plus Hospitality dotiert. Hier gaben Sportgrößen wie z. B. der langjährige ehemalige Davis-Cup-Captain Niki Pilic, der derzeitige Patrik Kühnen, der Ex-Eishockey-Nationalspieler Erich Kühnhackl und viele andere ihr Stelldichein am Hammerweg und diverse aktuelle Weltklassespieler starteten ihre Karriere beim A.T.U-Cup in Weiden. Für die exzellente organisatorische Durchführung wurde von der ATP der "Award 2000" an den TC Grün-Rot vergeben, eine Auszeichnung für den jeweils besten Veranstalter der deutschen Challenger-Serie.

Soweit in Kürze die Historie des TC Grün-Rot zu seinem 75. Geburtstag.